von Tyron Montgomery
geschrieben am 13.02.2003
zuletzt überarbeitet am 08.07.2003


Als Land ohne eigene Automobil-Industrie gehört auch Dänemark zu den Nationen, die ihre Armee mit importierten Fahrzeugen ausstatten. Schon in den 60er Jahren setze man dabei auf Land-Rover – damals noch Serie II in oliv ohne Tarnanstrich.

Die dänische Armee setzt die ganze Palette ein: 88er, Lightweights, 109er und Ambulanzen – nur keine 101er. Vor allem die 109er verrichten in den unterschiedlichsten Ausführungen ihren Dienst: Mit Soft-Top, Hard-Top oder Hochdach und auch als Pickup oder Station.

Aufgrund des Tarn-Anstriches, der allerdings ein helleres, gelbliches Grün hat, ähneln die dänischen Landies auf den ersten Blick den britischen, unterscheiden sich aber von diesen in einer ganzen Reihe von Details. Vor allem haben sie nicht die speziellen Schraub-Blinker, nur einen Tank mit außen-liegendem Stutzen, meist das zivile Fahrwerk und oft auch die zivile Motorhaube.

Links erkennt man allerdings eine Besonderheit: Wie bei den Briten der 110er hat hier der 109er ein von außen zugängliches Staufach zwischen Tür und Hinterrad. Ähnlich wie die Holländer verwenden die Dänen Kunststoff-Planen (meist in grau / schwarz).

Mehr Sicherheit: An allen Fahrzeugen findet man zusätzliche Seitenblinker an den vorderen Kotflügeln, orange Seiten-Reflektoren hinten (manchmal auch vorne) und größere Rückspiegel.

Was aber auf den Fotos besonders auffällt, sind die kurzen Dachgepäckträger für Truck-Cabins und Softtops (siehe LR 88 unten). Bei anderen Armeen findet man bei Fahrzeugen für besondere Zwecke hin und wieder lange Dachgepäckträger auf Hardtops, aber ansonsten nicht vergleichbares. Die praktischen Kurz-Dachgepäckträger der Dänen sind damit durchaus eine Rarität, die auch auf dem zivilen Markt nicht zu finden ist.

Erst zweimal haben sich kleine Kontigente dieser Dachgepäckträger nach Deutschland verirrt, als nämlich Theo's Landy-Station einige Land-Rover der dänischen Armee gekauft hat. Auf einigen Landies bei Oliv-Landy sind sie zu sehen. Versuche, weitere Dachgepäckträger direkt in Dänemark zu kaufen, blieben erfolglos. Denn auch dort sind die Teile rar und nur für überhöhte Preise zu haben.

Der Landy rechts – ein modifizierter Station – dient übrigens als Funk-Relais-Station. Solche Heavy-Duty-Fahrzeuge wurden bei den Dänen mit Seilwinden ausgerüstet, was man bei den Landies anderer Armeen ebenfalls sehr selten findet.

Der Wagen links ist nicht etwa eine Ambulanz oder ein Offiziers-Wagen (wie der britische Carawagon), sondern eine mobile Fernvermittlungsstelle. Das Hochdach kommt genau wie der britische Carawagon allerdings aus dem zivilen Fahrzeugbau.

Die dänische Armee hat sich mit der Serie III von Land-Rover verabschiedet und stattdessen Mercedes G, Toyota Landcruiser und andere Fahrzeuge gekauft. Diese neuen Fahrzeug verschleißen jedoch schneller und die Karrosserien rosten. Budget-Kürzungen erlauben der dänischen Armee aber keine neuen Groß-Einkäufe, und so werden heute wieder die alten Serie III Landies aus den Depots geholt und in Betrieb genommen.

Zum Schluss noch zwei Fotos von SWB-Landies: Links ein 88er mit dem erwähnten Kurz-Dachgepäckträger für Soft-Tops (auch geeignet für den 109er, aber nicht für den 90er oder 110er) und rechts ein offener Lightweight mit TOW-Aufbau, von dem aus ferngelenkte Klein-Raketen abgeschossen werden können.






Paul Sehstedt, einer der Gründer des Dansk Land-Rover Klub, hat uns freundlicherweise dieses Foto vom 88 Serie 2 seines Nachbarn geschickt. Noch nicht geklärt ist, ob Verdeck, Tarnanstrich und die doppelte Stoßstange authentisch sind.

Original ist aber wohl die Funk-Box auf dem Kotflügel, die deutlich kleiner als die britische ist (auch auf dem Schwarzweiß-Foto ganz oben zu sehen).



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